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Kleine jüdische Städte mitten im Nachkriegsberlin: Als Yehudi Menuhin spielte und kaum einer kam

Drei Camps entstanden ab Ende 1945 für jüdische Vertriebene in Berlin. Eine Ausstellung widmet sich ihrer in der Stadt kaum bekannten Geschichte. Und schlägt dabei interessante Kapitel auf.

Von Sigrid Kneist

Das Wort Jude fällt in dem kleinen Textausschnitt nicht ein einziges Mal, aber doch ist der unverhohlene Antisemitismus in jeder Zeile spürbar. „Bezeichnenderweise nennt der Reinickendorfer das UNRRA-Lager ,Juwelenbude’. (…) Sie fühlen sich sehr wohl in Deutschland, diese Herren. Sie merken nichts von einer Not. (…) Warum tut die Polizei nicht das geringste gegen diese Gäste? (…) Sie nutzen die Großzügigkeit der alliierten Behörden aus, um sich zum Schaden der deutschen Bevölkerung die Taschen zu füllen.“ So heißt es in einem Artikel der CDU-Zeitung „Neue Zeit“ vom Mai 1947. Mit den „Herren“ und „Gästen“ meint der Autor die Bewohner eines Wittenauer Lagers für jüdische Flüchtlinge, denen er vorwirft, sich durch Schwarzmarkthandel mit den Deutschen zu bereichern.

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