zum Hauptinhalt
Ein Bergepanzer der Bundeswehr, genannt Dachs, erreicht in der Nacht den Sammelplatz an der Autobahnbrücke Hüttenweg, von wo er zum Einsatz an die Brandstelle im Grunewald gefahren wird.
© dpa/Christian Ender

Schneise, bitte!:  Ideen für den Berlin-Einsatz des Bergepanzers 

Ein Bergepanzer der Bundeswehr hat Schneisen durch den Grunewald gezogen, damit die Löschfahrzeuge an das Feuer herankommen. Nach der Krise könnten diese Schneisen zum Spazieren taugen. Eine Glosse.

General, nein Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann – so viel Zeit muss sein – kennt sich mit Panzern aus. Er fing seine Karriere als Panzeraufklärer an. Nun ist er Chef des Landeskommandos Berlin der Bundeswehr und kümmert sich darum, dass Räumpanzer der Feuerwehr gegen den Waldbrand im Grunewald helfen. Der Mann war mal stellvertretender Militärattaché an der Deutschen Botschaft in London, später Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft Peking.

Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann (l.) ist Kommandeur des Landeskommandos Berlin und hat Ideen für nachhaltige Schneisennutzung.
Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann (l.) ist Kommandeur des Landeskommandos Berlin und hat Ideen für nachhaltige Schneisennutzung.
© dpa/Jan Woitas

Der Bendlerblock wird sich im Oktober 2020 etwas dabei gedacht haben, einen Militär mit dieser Erfahrung nach Berlin zu schicken. Gerade in Berlin, dessen Westteil vor der Wiedervereinigung ein Fluchtpunkt für Wehrdienstverweigerer war, wo noch 30 Jahre später einige Bezirke in der Corona-Pandemie mit dem Einsatz von Soldaten gefremdelt haben. Aber gut, mit 62 Jahren ist die Pension am Horizont in Sicht.

Uchtmann jedenfalls berichtete am Freitag, dass ein Bergepanzer der Bundeswehr fünf Kilometer lange Schneisen durch den Wald gezogen hat, damit die Löschfahrzeuge an das Feuer herankämen. „Die Schneisen dürfen nach Ende der Krise als wunderschöne, breite Wander- und Radwege der Berliner Bevölkerung zur Verfügung stehen.“

Danke Bundeswehr! Es gäbe noch so viel mehr zu tun, wo es in Berlin nicht vorangeht. Zum Beispiel Radwege: Zack, einmal den Bergepanzer buchen, schon ist die Strecke geregelt. A100 bis zu Spree weiterbauen? Kein Problem. Der Bund weiß, wie es geht. Die tiefen Gräben in der Wohnungspolitik zwischen der Regierenden Franziska Giffey (SPD) und der Enteignungsinitiative – einfach mit dem Bergepanzer zuschütten. Und wenn das grün-geführte Bezirksamt von Friedrichshain-Kreuzberg, das nur so ein kleines Bagger-Gefährt namens Radlader hat, wieder Findlinge auf die Straße legt: Sie wissen schon. Brigadegeneral Uchtmann bitte kommen, der Bergepanzer.

Zur Startseite