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Was in Drogen drinsteckt, soll das Drug-Checking für Nutzer herausfinden.
© imago/Aton Chile

Senatsprojekt zur Analyse illegaler Drogen: Drug-Checking in Berlin kurz vor dem Start

Seit Jahren plant Berlin, Drogenkonsumenten eine Analyse ihres Stoffs anzubieten. Nun kann das Projekt bald beginnen.

Nach langer Verzögerung soll das sogenannte Drug-Checking in Berlin erstmals in Deutschland in Kürze starten. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit dem Tagesspiegel mit. Beim Drug-Checking lassen Drogenkonsumenten ihren Stoff durch Labore untersuchen, um die genauen Inhaltsstoffe der Pulver und Pillen zu erfahren. Die Partygänger und andere Nutzer sollen so besser wissen was sie zu sich nehmen, ohne dass die Polizei sie für den Besitz der Substanzen verfolgt.

Genau das ist bislang das Problem, denn der Besitz von Stoffen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist in Deutschland grundsätzlich verboten. SPD, Linke und Grüne hatten sich allerdings bereits in der vergangenen Legislaturperiode darauf verständigt, das Drug-Checking in einem Pilotversuch erstmals testen zu wollen.

Dabei kam es allerdings immer wieder zu Verzögerungen. Nicht zuletzt kam die Pandemie und die damit verbundene Schließung der Clubs dem Projekt in die Quere. Nach dem Start des Vorhabens 2018 klärte zunächst 2019 ein Rechtsgutachten die heikle Frage, dass sich Laborkräfte und Sozialarbeiter nicht strafbar machen, wenn sie die Substanzen entgegennehmen und untersuchen.

Basierend darauf wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beteiligten Senatsverwaltungen für Gesundheit, Inneres und Justiz, sowie der Polizei, dem Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin (GerMed) und mehreren sozialen Trägern geschlossen.

Auch heute beraten die beteiligten Träger Fixpunkt, Vista und die Schwulenberatung Berlin in dem Projekt bereits Konsumente, klären über Gefahren auf und nehmen Proben an drei Standorten entgegen. Das Herzstück des Projekts, die eigentliche Analyse konnte bislang jedoch noch nicht durchgeführt werden, da die dafür nötigen Laborkräfte fehlten.

Mit dem neuen Doppelhaushalt 2022/23 hat die rot-grün-rote Koalition diese beiden Laborantenstellen beim GerMed nun bis Ende 2023 beschlossen. Noch bis Ende des Monats läuft die dazugehörige Ausschreibung, teilte die Gesundheitsverwaltung mit. Dann kann das Vorhaben starten.

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