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Freitag schon im Wochenende?: So gelingt die 4-Tage-Woche – bei gleichem Lohn

Immer mehr Firmen wollen weg von starren Arbeitszeitmodellen und probieren die Viertagewoche. Aber wie gelingt das? Zwei Berliner Unternehmen berichten.

Von Silvia Perdoni

Ein reichlich gedeckter Frühstückstisch, ein glitzernder See oder ein Fahrradlenker auf einem Feldweg: Drei Monate lang liefen bei der Berliner Firma Braineffect jeden Freitag solche Schnappschüsse durch einen eigens dafür eingerichteten Chatkanal. Die Mitarbeitenden posteten die Bilder dort, denn sie hatten den Sommer über jeden Freitag Zeit für Ausflüge, Hobbys und ihre Familien.

Von Juni bis Ende August 2021 hat das Unternehmen die Viertagewoche erprobt – bei vollem Gehalt. Der Chat, dessen Einrichtung jedes Motivationshandbuch wohl loben würde, sollte auch Zweifel ausräumen. Denn nicht alle der rund 70 Beschäftigten brachen gleich in Jubel aus, als Geschäftsführer Fabian Foelsch die große Sommerfreiheit verkündete.

„Es gab auch Ressentiments“, sagt der 35-jährige Gründer am Telefon. „Angestellte, die für große Projekte verantwortlich sind, fragten, wie sie ihre Arbeit in vier Tagen schaffen sollen.“ Es sei wichtig gewesen, ihnen klarzumachen, dass es nicht in ihrer Verantwortung liegt, wenn etwas liegenbleibt. „Ich wollte dieses Experiment“, sagt Foelsch. Also habe er auch die Risiken einkalkulieren müssen. „Niemand sollte sich heimlich am Freitag an den Laptop setzen oder an allen anderen Tagen zwei Stunden länger arbeiten.“

Vorreiter: Fabian Foelsch ist Gründer und Chef bei der Firma Braineffect.
© Braineffect

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