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Der Schuldkomplex der Überlebenden: Wie soll man den Frieden genießen, wenn in der Heimat Bomben fallen?

Berlin war immer die Traumstadt unserer Autorin. Jetzt lebt sie hier, geflohen aus der Ukraine – und hat keine Freude daran. Woher kommt ihr schlechtes Gewissen?

Von Valeriia Semeniuk

Normalerweise wohne ich in Kiew, aber wie viele Kiewer bin ich am Morgen des 24. Februar in meine Datscha außerhalb der Stadt gefahren, nach Worsel. Wir hatten geglaubt, dass wir dort sicherer wären. Der Ort, rund 20 Kilometer nordwestlich von Kiew gelegen, grenzt an die Städte Butscha und Irpin. Und wurde von den Russen fast ebenso stark zerstört. Ich habe aber nicht alle Schrecken des Krieges miterlebt, denn am dritten Tag der russischen Invasion habe ich mein Land verlassen, als erste von all meinen Nachbarn. Sie waren der Meinung, dass ich die Gefahr übertrieb und wollten bleiben. Eine Woche später wurde Worsel bombardiert.

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