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Kirill Martynow ist Vize-Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“ – Titelseite vom 16. März.
© privat/Nowaja Gaseta (16.3.) | Montage: TSP
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Die letzten Tage der Putin-kritischen Presse?: „Uns bleibt nicht mehr viel Zeit“

Die „Nowaja Gaseta“ ist Russlands wichtigste freie Zeitung. Vize-Chefredakteur Kirill Martynow über Grenzen und Schlupflöcher der staatlichen Zensur.

Von Daniel Erk

Herr Martynow, Sie sind Vize-Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, einer der letzten unabhängigen, freien Zeitungen Russlands. Wie gehen Sie mit der Zensur und der Gängelung durch die Regierung um?
Die russische Presse wird von den Behörden gerade komplett zerstört. Es gibt in Russland kaum noch Journalisten, die tatsächlich ihrer Arbeit nachgehen können – und nur noch wenige Medienhäuser, die trotz der Kriegszensur berichten können. Wir bei der „Nowaja Gaseta“ haben das Gefühl, dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt, um frei zu berichten. Russland fühlt sich im Moment wie eine erblindete Gesellschaft an. Die allermeisten Russen haben einfach keine Informationen darüber, was in der Ukraine passiert. Sie wissen ja nicht mal, was in ihrer eigenen Heimat passiert. Ich glaube, dass es in der jüngeren Geschichte noch nie eine solche Situation in einem europäischen Land gegeben hat.

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