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Gerhart Baum war von 1978 bis 1982 Bundesinnenminister.
© Kirsten Nijhof/picture alliance
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Ex-Innenminister Gerhart Baum: „Ich war nicht immer begeistert von Lindners Politik“

In der FDP ist er ein Linker, den Freiheitsbegriff von Wolfgang Kubicki findet er absurd. Gerhart Baum über die Impfpflicht, die Ukraine-Krise und das Verhandeln mit Diktatoren.

Von Barbara Nolte

Herr Baum, Sie nennen die Corona-Pandemie einen „nie dagewesenen Belastungstest“ für die deutsche Demokratie. Was ist besonders bedrohlich?
Unter den Protestierenden gegen die Corona-Maßnahmen gibt es einen nicht unerheblichen Kern, der politisch nicht zuzuordnen ist, aber eines im Sinn hat: das System anzugreifen. Das sagt auch der Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang. Es sind entschiedene Minderheiten, die sich von der Demokratie entfremdet haben. Sie reichen bis ins Bürgertum. Corona ist nur ein Aufhänger für sie. Sie waren schon bei Pegida und bei der frühen AfD, dann bei der Aufnahme von Flüchtlingen 2015 sichtbar. Ich nehme an, dass die Klimaschutzmaßnahmen das nächste Angriffsziel sein werden, wenn die Pandemie vorbei ist. Und die Rechtsextremisten nutzen diese Leute als Resonanzboden. Eine gefährliche Mischung. Weltweit schwächeln die Demokratien.

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