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© Zoë Noble
Tagesspiegel Plus

Glücklich ohne Kind: „Es gibt diese Annahme, dass Frausein gleich Muttersein ist“

Das Projekt „We are Childfree“ zeigt: Viele Frauen bekennen sich öffentlich zu einem Leben ohne Kinder. Es ist etwas in Bewegung geraten. Was treibt sie an?

Also hasst du Kinder? Immer diese Frage. Nein, lautet ihre Antwort, im Gegenteil. Eine Zeichnung ihrer kleinen Nichte hat sie sich gerade aufs rechte Bein tätowieren lassen. Kurz hält sie im Laufen inne und zeigt die schwarzen Linien auf ihrem Unterschenkel.

Nur ein eigenes Kind möchte sie nicht. „Für mich war das nie eine Entscheidung“, sagt Diana Bongers, „es war einfach so.“ Die 35-Jährige gehört zu einer wachsenden Zahl von Frauen, die sich öffentlich dazu bekennen, dass Mutter werden nicht zu ihrem Lebensplan gehört. Man muss es wohl „bekennen“ nennen, denn noch immer lassen Reaktionen darauf schließen, dass ein Großteil der Menschen dies befremdlich findet. Als sei Kinder kriegen eine Art Pflicht.

Mit dem Beschluss, kinderlose Menschen seit 2022 einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung bezahlen zu lassen, verstärkt sich der Eindruck, es müsse etwas kompensiert werden. Ein großer Aufschrei folgte nicht, als Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn Ende Mai 2021 diesen Plan verkündete. Vielleicht fehlte den Menschen ohne Kinder dafür eine Lobby – noch.

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