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Hirnforscher Gerhard Roth im Interview : „Wie jemand Komplimente annimmt, verrät extrem viel über ihn“

Warum alle Menschen süchtig nach Anerkennung sind und manche Männer nie "Ich liebe dich" sagen: Hirnexperte Gerhard Roth über das größte soziale Schmiermittel.

Von
  • Deike Diening
  • Maris Hubschmid

Herr Roth, als Neurologe erforschen Sie auch die Wirkung von Komplimenten. Manche Menschen sind der Meinung, eine unabhängige, souveräne Persönlichkeit brauche keine Komplimente.
Jeder braucht Komplimente. Jeder braucht Lob. Mit das Schwierigste im Leben ist ja die Selbstbeurteilung, da wäre es fast unmenschlich, zu sagen, ich benötige keine Rückmeldung. Wer das behauptet, hat vermutlich Angst vor Kritik. Trotzdem kenne ich sogar langjährige Beziehungen, da beklagt die Frau: Mein Mann hat mir nie gesagt, dass er mich liebt. Entweder hat er es nicht gelernt, weil seine Eltern das nie gesagt haben. Oder er hat verinnerlicht, dass er seine Gefühle nicht preisgeben darf, weil er sich verletzlich macht. Wie jemand Komplimente annimmt, verrät extrem viel über ihn. Auch wenn ich lobe, enthülle ich etwas.

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