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„Ich hatte gedacht, uns bliebe noch Zeit“: Wie erkläre ich meinem Sohn Rassismus?

Seine Eltern kamen aus der Türkei und rieten ihm: „Bloß nicht auffallen.“ Bei seinem 5-Jährigen Sohn will unser Autor es anders machen. Aber das ist im Alltag schwieriger als gehofft.

Von Çetin Demirci

Es ist eine dieser Situationen, in der mir augenblicklich klar wird, dass ich etwas sagen müsste. Minuten zuvor lief mein Kind noch mit seinem Wanderbündel über der Schulter und redete und redete und redete. Seine Euphorie über unseren Ausflug an der Berliner Stadtgrenze war weder zu übersehen noch zu überhören. Er gab ein putziges Bild ab und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Jede und Jeder, der an ihm vorbeilief, war entzückt. So auch die zunächst freundliche Seniorin mit Wollmütze in Winterjacke. Dann stellte mein Kind eine Frage auf Deutsch und ich antworte auf Türkisch. Plötzlich gefror das Lächeln der Frau, verwandelte sich in blanke Verachtung.

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