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© Stefan Hesse/dpa
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Michael Schanze wird 75: „Es fiel mir schwer, zu akzeptieren, dass das Leben Veränderung ist“

Bei „1, 2 oder 3“ entschärfte er die Regeln, knuddelte Kandidaten. Dabei wollte Michael Schanze nur geliebt werden. Ein Gespräch über das Ende seiner Kindheit aus unserem Archiv.

Von
  • Julia Prosinger
  • Ingo Salmen

Herr Schanze, Sie haben die erste Kindershow im deutschen Fernsehen erfunden und moderiert, später „Kinderquatsch mit Michael“ – Sie müssen es wissen: Wie redet man richtig mit Kindern?
Als Erstes muss man die Uralt-Showregel vergessen: Die Pointe muss dir gehören! Pointengeilheit im Zusammenspiel mit Kindern darf nicht sein. Wie man wann mit ihnen spricht, muss man erfühlen. Einmal habe ich mich ganz gewaltig „verfühlt“: Ein Mädchen war so was von präpotent. „Ich kann alle Lieder, natürlich weiß ich das …“ Unerträglich. Ich spürte, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, dem Kind etwas für sein Leben zu sagen. „Hast du viele Freunde und Freundinnen?“ – „Nein.“ – „Vielleicht machst du’s den anderen manchmal ein bisserl schwer.“ Ich will gerade loslegen, so was sagen wie: Freundschaft hat auch mit Geben zu tun, da meint das Kind: „Ich hab keine Freunde, wir sind umgezogen, weil die Mami und der Papi, die kriegen das nicht miteinander geregelt.“ Mir wären fast die Tränen gekommen. Das Benehmen der Kleinen war reine Schutzhaltung. Da fällt mir gleich noch was ein.

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