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© Mauritius/Jose Luis Carrascosa
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Ein ganzer Schrank voll nichts zum Anziehen: Was der Inhalt deutscher Schränke über uns verrät

Wir haben viel zu viel von allem und tragen es nicht. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Hochschule Macromedia, die sich 367 Kleiderschränke angeschaut hat.

Von Grit Thönnissen

Sie wollten wissen, was Deutsche tragen und vor allem, wieviel. Dafür haben Bert Hentschel und seine Kollegin Elena Patten, Professoren an der Hochschule Macromedia in Köln und Stuttgart, mit ihren Studierenden den Inhalt deutscher Kleiderschränke unter die Lupe genommen. Sie nehmen dabei Bezug auf eine Studie, die vor 25 Jahren erschien. Eins ist klar: Die Kleiderschränke sind seither viel voller geworden. Im Schnitt besitzt jeder Deutsche 147 Kleidungsstücke.

Gibt es die Grenze zwischen Freizeit- und Berufskleidung nicht mehr?
Bert Hentschel: Früher waren Kleiderschränke aufgeteilt in formelle und informelle Stücke, das verschwimmt inzwischen. Der „Casual Friday“ hat etwas mit uns gemacht. Die neuen Helden tragen ja keinen Nadelstreifenanzug mehr, sondern wie Mark Zuckerberg T-Shirt und Jeans. Dieter Zetsche von Daimler Benz hat schon vor zwanzig Jahren die Krawatte abgelegt und der Telekomchef Tim Höttges tritt wie Steve Jobs auf, in schwarzem Rollkragenpullover und magentafarbenen Sneakern.
Elena Patten: Wir haben festgestellt, dass die Hälfte der Befragten im Alltag und Beruf die gleiche Bekleidung trägt. Klassische Businessbekleidung hat nur noch einen Anteil von acht Prozent.

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