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Tagesspiegel Plus

Offene Briefe an die Lehrer: Sechs ehemalige Schüler rechnen ab

In wenigen Tagen beginnt das neue Schuljahr und Tausende Kinder werden die Menschen kennenlernen, die ihr Leben prägen. Im Guten wie im Schlechten.

Von
  • Sabrina Markutzyk
  • Deike Diening
  • Andreas Austilat
  • Sebastian Leber
  • Kai Müller

Lieber Herr Techtmann,
die Orientierungsstufe hatte aus mir einen Schulversager gemacht, als Sie in der 7. mein Klassenlehrer wurden. Und Sie waren ein wirklicher Lehrer. Nicht einer von der Sorte, der kumpelhaft mit dem Stuhl kippelte oder entnervt gehässige Bemerkungen machte. Wir hatten nicht mal einen Spitznamen für Sie, denn mit jeder Faser Ihres unerbittlichen Bergsteigerkörpers zeigten Sie uns, dass die Welt größer als ein Klassenraum war und es sich lohnte, mehr über sie zu erfahren. Sie lachten über unsere Ausreden. Faulheit amüsierte Sie. Ein halbes Dutzend Fächer unterrichteten Sie in der Realschule – von Mathematik über Sport bis Kunst – und es wirkte, als würde selbst das Sie noch unterfordern. Sie ließen mich Diktate schreiben und Bücher von Reinhold Messner lesen. Am Ende kannte ich meinen Wert. Als ich Messner Jahre später begegnete, geschah das nur Ihretwegen.
Herzlichst
Ihr Kai Müller 

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