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Verhandlungsexperte über Wladimir Putin: „Wir müssen herausfinden, was Scheitern für ihn heißt“

Thorsten Hofmann hat mit Entführern und Geiselnehmern verhandelt. Hier erklärt er, welche Taktik der Westen gegenüber Russland verfolgen sollte.

Von Barbara Nolte

Herr Hofmann, Sie unterrichten Verhandlungsführung an der Quadriga Hochschule in Berlin. Wie bewerten Sie die jüngsten Verhandlungen zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba?
Zum ersten Mal sprechen hochrangige Politiker beider Länder miteinander. Das ist ein Signal, dass die russische Seite den Verhandlungen Bedeutung zumisst. Lawrow ist der verlängerte Arm Putins, ohne eigene Agenda. Mein Eindruck war, dass die Delegationen bei den bisherigen Verhandlungen nur das Mandat hatten, über Nebenbedingungen zu verhandeln: kurzfristige Waffenruhe, Versorgungskorridore. Positiv ist auch, dass die Verhandlungen auf neutralem Boden stattfinden. Was mir noch beim Lesen der Nachrichten aufgefallen ist: Im russischen Forderungskatalog fehlten die Punkte einer „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine.

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