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Anonymisierte Aufnahmen eines Stealthing-Opfers, fotografiert am 24. Januar 2022 in Berlin Steglitz.
© Mario Heller
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„Ich wollte kein Kind“: Wenn Männer heimlich das Kondom abstreifen

Gegen Marias Willen verhütet ihr Freund nicht beim Sex. Ein Kind entsteht, das sie unfähig ist zu lieben. Sogenanntes „Stealthing“ überfordert die Justiz.

In einer Babytrage hält Maria ihre Tochter vor dem Bauch, stupst ihre Nasenspitze an die von Mia. Sie lächeln einander an, innig und vertraut. So als hätte es die vielen Wochen nicht gegeben, in denen sie ihre Tochter kaum in den Arm nehmen konnte. Die Nacht, die beide hierher brachte.

Vor anderthalb Jahren zog sich Marias Ex-Freund beim Sex unbemerkt das Kondom ab. Gegen ihre ausdrückliche Forderung. Die 32-Jährige überlegte lange, ob sie das daraus entstandene Kind bekommen soll. Wie sie es lieben kann.

Dass Maria mit Mia kuscheln kann, wäre im vergangenen August undenkbar gewesen.
Dass Maria mit Mia kuscheln kann, wäre im vergangenen August undenkbar gewesen.
© Mario Heller

Heute tut sie es. Aber nur, weil sie unweit ihres Spazierwegs in der Charité ein Zimmer hat. Hier verbrachte Mia fünf von acht Lebensmonaten auf der Mutter-Kind-Station, weil ihre Mutter dort psychologisch behandelt wurde, Weihnachten und Neujahr. Zwischen Therapien drehte sich das Mädchen zum allerersten Mal, setzte sich aufrecht hin, sagte „Mama“. Maria lernte, mit ihrer Tochter zu spielen und sie gerne anzufassen.

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