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Der Stock muss immer dabei sein.
© Getty Images/iStockphoto
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Wer braucht schon Spielzeug?: Was Kinder an Stöcken so fasziniert

Mit ihnen lässt sich stochern, angeln, fechten. Sie splittern, krachen, kratzen. Warum Äste für Kinder im Wald das Beste sind.

Die Spur auf dem Waldweg wirkt wie ein zehn Meter langer, an Ausschlägen reicher Aktienkurs. Oder wie eine Fieberkurve in unpassender Umgebung. Sie endet in einem kleinen Laubhaufen. Wer Kinder hat, weiß, wie sowas entsteht: Da hat jemand einen Stock hinter sich hergezogen, ein bisschen gedankenverloren.

Spontan hat das Kind den wichtigsten Begleiter bei diesem Waldgang auf den Weg abgesenkt, diese Linie gezogen, dabei Blätter mitgenommen und ebenso spontan die Schleppaktion beendet, um weiter zu trotten durch einen dieser langen Nachmittage eines Samstags oder Sonntags mit den Eltern im Wald.

Wie langweilig wären diese Gänge ohne Stöcke. Stöcke sind aus Kindersicht das Beste am Wald. Erst mit ihnen wird so ein Spaziergang für einen Menschen zwischen drei und dreizehn zu einem Ereignis, zu etwas, das man aktiv gestaltet.

Männlichkeit entsteht vor allem durch Zuschreibungen.

Professor Stephan Hoeyng

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