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Jährlich ertrinken tausende Flüchtende beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren. Allein 2020 waren es nach Schätzungen 1370.
© DPA/Javier Fergo
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Forensikerin über die Ertrunkenen im Mittelmeer: „Wir fingen an, die Leichen rauszuziehen“

Dafür gab es den Reporter:innen-Preis: Ein Interview mit Cristina Cattaneo über die fast unlösbare Aufgabe der Identifizierung von Geflüchteten.

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| Update:

Frau Cattaneo, wenn irgendwo ein Flugzeug abstürzt, reisen Forensiker aus aller Welt an, um die Toten zu identifizieren. Sinkt ein Schiff voller Geflüchteter im Mittelmeer, passiert nichts. Warum?
Wenn diese Menschen Europäer wären, würden wir längst daran arbeiten. Auch bei einem Tsunami in Thailand mit europäischen Opfern stehen die Gerichtsmediziner Schlange, um zu helfen. Diskriminierung, Rassismus, nennen Sie es, wie Sie wollen. Die Hautfarbe der Opfer macht einen Unterschied. Aber ich glaube, viele verstehen auch nicht, warum es so wichtig ist, Leichen zu identifizieren. Sie halten die Identifizierung der Toten für einen Luxus, der etwas mit deren Würde zu tun hat, aber nichts mit den Lebenden.

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