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Paulita Pappel
© Lukas Papierak
Tagesspiegel Plus

Wie geht feministischer Porno?: „Ich lasse dem Patriarchat nichts, nicht mal die Gangbangs”

Paulita Pappel produziert Pornos, führt Regie und ist gleichzeitig Darstellerin. Sie betreibt eine Pornoseite und kämpft für authentischere Bilder von Sexualität.

Von Livia Sarai Lergenmüller

Frau Pappel, Sie sind in der Pornobranche zu Hause. Wenn über Ihre Filme gesprochen wird, ist wahlweise von ethischen oder feministischen Pornos die Rede. Sind diese Begriffe identisch? 
Nein. Bei ethischen Pornos geht es nach meinem Verständnis eher um die Produktionsweise und Absichten dahinter, wohingegen die feministische Perspektive auf den Inhalt abzielt. 

Eine ethische Pornoproduktion definiere ich über eine faire Behandlung aller Beteiligten und eine transparente Kommunikation vor, während und nach dem Dreh. Vorab sollte klar sein, was erwartet wird, was gedreht wird, wie bezahlt wird. Währenddessen sollte kontinuierlich Konsens eingeholt werden und nach dem Dreh muss sich an die Absprachen, beispielsweise zum Vertrieb des Films, gehalten werden. 

Bei der feministischen Pornografie geht es hingegen eher darum, was gezeigt wird und aus welcher Perspektive. Ich selbst habe den Anspruch, meine Pornos sowohl feministisch als auch ethisch zu gestalten. 

Will ihre  Pornos sowohl feministisch als auch ethisch gestalten: Paulita Pappel.
Will ihre Pornos sowohl feministisch als auch ethisch gestalten: Paulita Pappel.
© Lukas Papierak

Tatsächlich kommuniziere ich das aber gar nicht mehr so gern. Es suggeriert, dass die meisten Pornos nicht ethisch seien. Das ist eine Lüge. Der sogenannte Mainstream-Pornografie wird oft in einen Topf geworfen mit kriminellen Machenschaften. 

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