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Irmgard Keun in der NS-Zeit: Sie wollte schreiben, was wahr ist – also verließ sie Deutschland

Irmgard Keun ist berühmt für ihren Berlin-Roman „Das kunstseidene Mädchen“. Neue Briefe erzählen von ihrem Versteckspiel im NS-Staat und der Flucht ins Exil.

Von Christian Schröder

Weihnachten ist eine Katastrophe, ein „Dreck“. Den Heiligabend des Jahres 1931 verbringt Doris, die Heldin von Irmgard Keuns Roman „Das kunstseidene Mädchen“, einsam und wütend in einem Berliner Lokal, weil sie von dem Mann, auf den sie gewartet hat, sitzengelassen wurde. Die Gedanken, die ihr durch den Kopf schießen, sind kleine stachelige Aphorismen. „Von Schnee werden Menschen betrunken. Richtig betrunken wie vom Wein. Betrunken sein ist das einzige Mittel für nicht alt zu sein.“ Doris ist erst 18, fürchtet sich aber vor dem Älterwerden. „Viele Jahre kriechen auf mich zu.“

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