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Schwarze Pioniere, weiße Ignoranz: „Techno ist High-Tech-R&B als Kunstform“

Die Clubszene wird heute von Weißen dominiert. Doch sie hat afroamerikanische Wurzeln. Ein US-Musiker über Ravekultur und Techno als Höhepunkt Schwarzer Musik.

Von Andreas Hartmann

Mister Brown, die Düsseldorfer Band Kraftwerk gilt als der Urvater des Techno. Auch die afroamerikanischen Technopioniere aus Detroit betonten immer wieder, welch immensen Einfluss diese auf sie hatten. Sie sagen nun, das ständige Rekurrieren auf Kraftwerk habe mit dazu beigetragen, dass aus dem ursprünglich Schwarzen Sound eine vornehmlich weiß konnotierte Musik- und Clubkultur geworden ist. Was genau ist das Problem mit Kraftwerk?
Zuallererst: Ich mag Kraftwerk. Als ich das erste Mal Kraftwerk gehört habe, dachte ich sogar, wie viele Afroamerikaner, dass die schwarz sind. Mein Problem ist aber die Lesart, dass sie als Weiße Techno erfunden haben. Dabei waren auch Kraftwerk ohne Schwarze Musik nicht denkbar. Für ihren Song „Man Machine“ arbeiteten sie beispielsweise mit Norman Whitfield zusammen, der Toningenieur von Motown war, dem Detroiter Soul-Label schlechthin. Karl Bartos, der eine Zeit lang Mitglied bei Kraftwerk war, gab außerdem zu, dass die Band viel James Brown gehört hat.

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