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Der Krieg ist zurück. Wir können uns nur vorstellen, was wir schon kennen, mit dem für uns Neuen haben wir Probleme.
© Gestaltung: Tagesspiegel/ Katrin Schuber, Fotos: freepik
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Krieg, Pandemie, Erdbeben: „Wir müssen lernen, mit allem zu rechnen“

Der Soziologe Martin Voss erklärt, warum wir uns den Krieg nicht vorstellen konnten. Und warum wir uns schon bald an ihn gewöhnt haben könnten.

Von Christoph David Piorkowski

Herr Voss, es gab viele Anzeichen dafür, dass Russland die Ukraine angreifen würde. Wohl die wenigsten aber haben wirklich geglaubt, dass es in Europa zum Krieg kommen könnte. Lag ein solches Ereignis jenseits unserer allgemeinen Vorstellungskraft?
Ja. Für Katastrophen als solche ist typisch, dass sie uns überraschen. Das war auch bei Corona der Fall, obwohl eine solche Pandemie objektiv ja nur eine Frage der Zeit war. Menschen schauen auf das, was sie schon aus der jüngeren Vergangenheit kennen und bilden so ihren Erwartungshorizont. Wir können uns, was wir schon erlebt haben, in extremerer Form vorstellen – mit dem davon Abweichenden aber haben wir Probleme. Der Blick auf Katastrophen folgt erst einmal dem Muster, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

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