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Im Berlinale-Film „Der Passfälscher“ wird Cioma Schönhaus von Louis Hofmann gespielt .
© Dreifilm
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Pinselstriche der Freiheit: Wie ein untergetauchter Jude in Berlin Pässe fälschte

In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand wird der Passfälscher Cioma Schönhaus geehrt; ein Film schildert sein Leben im Untergrund. Eine Spurensuche.

Von Andreas Conrad

Der Ausweis ist gefälscht, doch kein Gestapo-Mann hätte das erkannt. Die perfekte Mimikry für den in Berlin untergetauchten jüdischen Arzt Kurt Hirschfeld, der sich so als der „arische“ Werkzeugmaschinenschlosser Heinz Gützlaff ausweisen konnte. Dessen Foto hatte der Fälscher zunächst sauber aus dem Dokument gelöst. Die zweifachen Stempel auf dem alten Passbild zeichnete er mit Wasserfarbe und feinem Japanpinsel nach, kopierte sein Werk mit befeuchtetem Zeitungspapier. Das so entstandene Spiegelbild presste er auf die richtige Ecke des neuen Fotos, ergänzte, wo es nötig war, Reichsadler und Hakenkreuz mit dem Pinsel. Zuletzt kam seine Ösenpresse zum Einsatz – fertig.

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