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Anetta Kahane.
© imago images/Jürgen Heinrich
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Anetta Kahane über den Kampf gegen rechts: „Wer arbeitslos wird, muss nicht automatisch Neonazi werden“

Nach 24 Jahren ist Anetta Kahane als Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung abgetreten. Im Interview spricht sie über Rechtsextremismus, den Osten und ihre eigene Vergangenheit.

Frau Kahane, mit der Amadeu-Antonio-Stiftung kämpfen Sie seit mehr 20 Jahren gegen Rassismus und Antisemitismus. Jetzt haben Sie den Vorsitz abgegeben. Ist das Problem in dieser Zeit kleiner oder größer geworden?
Es hat sich verändert. Es ist sichtbarer geworden. Bis in die Nullerjahre hinein war Rassismus etwa im politischen Mainstream absolut kein Thema. Das war ein Spezialgebiet von Aktivisten. Wir haben auch immer gesagt: Es gibt ein Problem mit Rechtsextremismus. Früher wurde das aber oft heruntergespielt: Die NPD liegt aber unter 5 Prozent, hieß es dann zum Beispiel. Heute bindet die AfD das gesamte Spektrum an sich. Es wird sichtbar, wie viele Leute eine völkische Gesinnung haben. Im Osten gibt es ein Potenzial von 30 Prozent für solche Einstellungen – was uns früher keiner geglaubt hat, wird jetzt im Wahlverhalten sichtbar.

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