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Warum gab es kaum Proteste?: „Viele DDR-Bürger fanden die Berliner Mauer notwendig“

Die Berliner Mauer stopfte das letzte Schlupfloch in den Westen. Dennoch waren in der Bevölkerung auch Hoffnungen damit verbunden, erklärt der Historiker Robert Rauh.

Von Frank Bachner

Am 13. August 1961 zerstörten West-Berliner Grenzbefestigungen am Brandenburger Tor und warfen Bierflaschen nach DDR-Polizisten. Proteste gegen den Mauerbau. In Ost-Berlin dagegen konstatierte die SED-Bezirksleitung „normales sonntägliches Leben“. Sie haben ein Buch über diese Diskrepanz geschrieben. Weshalb?
Ausgangspunkt war ein Foto vom 13. August 1961, das ich vor einigen Jahren im Internet entdeckt habe. Auf dem Foto sind im Ostsektor drei junge, lächelnde Frauen zu sehen, und eine spricht mit zwei Grenzsoldaten. Erst auf den zweiten Blick sieht man vorne den Stacheldraht. Ich habe mich gefragt: Weshalb beschimpfen sie die Grenzer nicht, weshalb nehmen sie hin, dass sie gerade eingesperrt werden? Dieses Foto ist natürlich nur eine Momentaufnahme, aber es gibt viele Fotos mit ähnlichen Motiven. Natürlich sehen viele Menschen auch fassungslos und schockiert aus, aber sie haben nicht protestiert. Ich habe mich gefragt: warum nicht? Oder weshalb haben sie nicht versucht, zu fliehen?

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