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„Bald werden alle merken, dass ich eigentlich nichts kann“: Sie fühlen sich im Job wie ein Hochstapler? Das können Sie tun

Zu wenig, zu langsam, zu schlecht. Die Expertin Dr. Valerie Young erklärt, warum so viele Menschen am Hochstapler-Syndrom leiden – und wo Auswege liegen.

Frau Dr. Young, was versteht man eigentlich aus wissenschaftlicher Sicht unter dem sogenannten Hochstapler-Syndrom?
Der Begriff wurde ursprünglich Ende der 70er von den beiden Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes geprägt. Der Begriff beschreibt das sehr verbreitete Gefühl, dass wir in Wahrheit nicht so intelligent, leistungsfähig, kompetent, qualifiziert oder gebildet sind, wie andere Menschen womöglich glauben. Was daran so interessant ist: Wir haben dieses Gefühl trotz ganz konkreter Beweise für das Gegenteil , unserer ganzen Erfolge, unseres Könnens.

Gibt es belastbare Zahlen darüber, wie viele Menschen betroffen sind?
Nicht wirklich. Es gibt aber einige Studien, die nahelegen, dass rund 70 Prozent der US-Amerikaner diese Art von Gedanken und Gefühlen kennen. Man muss dabei aber unterstreichen, dass es eine große Varianz in der Schwere des Gefühls gibt.

Für manche ist das nur eine nervige Kleinigkeit, die ab und zu auftaucht. Für andere ist der Leidensdruck immens. Die schließen ihr Studium nicht ab, verfolgen ihre Karriere nicht, wie sie eigentlich könnten. Oder werden drogen- oder alkoholabhängig

Dr. Valerie Young forscht seit rund 40 Jahren zum Hochstaplersyndrom.
Dr. Valerie Young forscht seit rund 40 Jahren zum Hochstaplersyndrom.
© Valerie Young/impostorsydrome.com

Wie sehen diese Gedankengänge konkret aus?
Natürlich sehr individuell. Aber es gibt gewisse Muster, die mir immer wieder begegnen. Die Betroffenen sind oft objektiv betrachtet erfolgreich. Aber sie sind sich sicher: „Ich kann das erklären!” Und dann geht es los. „Ich hatte in dieser Sache Glück, dass es gut gelaufen ist, aber das werde ich kein zweites Mal haben.”

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