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Wenn die Masken fallen – So schützt man sich jetzt am besten vor Corona.
© Gestaltung: Tagessppiegel/K. Schuber | Fotos: freepik,, Adobe Stock

Wenn die Masken fallen: So schützt man sich jetzt am besten vor Corona

Die meisten Regeln fallen und damit vielerorts auch die Masken. Dabei kann sich jeder auch weiterhin vor Corona schützen - und Dinge tun, wenn es zu spät ist.

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Freiheit sei immer auch die Freiheit des Andersdenkenden, sagte Rosa Luxemburg. Mit dem fast vollständigen Ende der Corona-Maßnahmen kann man in Anlehnung daran sagen, es ist nun auch die Freiheit der trotzenden Maskentragenden, Abstand haltenden, sich auch ohne die Impfpflicht für Impfung und Booster Entscheidenden.

Jede und jeder hat die Freiheit, sich und andere weiterhin effektiv vor Infektionen mit Sars-Cov-2 zu schützen, ohne dafür schmerzliche Opfer bringen zu müssen. Wir sind so frei, hier die wichtigsten Möglichkeiten dafür aufzulisten.

Höflich sein

Das für einige nach wie vor größte Hassobjekt der Pandemie ist wahrscheinlich eben jenes, das die meisten Leben gerettet hat: die Maske. Oder Masken, in ihren verschiedenen Ausprägungen von Alltagsmaske bis FFP-2 oder FFP-3. Sie sind nicht teuer und ihre Anwendung ist einfach.

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Für die jetzt kommende Zeit der maximalen Vernachlässigung durch Vorgaben seitens der Politik – manche nennen dies auch Eigenverantwortung – dürften Masken deshalb weiter entscheidend sein. Korrekt getragen halten schon die klassischen Chirurgenmasken sehr viele Keime zurück, wenn Trägerin oder Träger infiziert ist. Sonst wären sie im OP auch ziemlich fehl am Platz.

Der Virologe Christian Drosten regt an, sich an „asiatischer Höflichkeit“ ein Beispiel zu nehmen: In weiten Teilen Asiens gehören Masken bei Auftreten von Symptomen schon lange in der Öffentlichkeit und in privaten Kontexten zum guten Ton. Wer sich selbst vor Infektionen schützen will, kann, wenn andere Menschen in der Nähe sind, weiterhin FFP-2- oder FFP-3- Masken tragen. Korrekt benutzt senken sie das Risiko einer Infektion massiv.

Sticheleien ertragen

Die Schutzwirkung einer vollständigen Impfung einschließlich der fälligen Auffrischungsimpfungen (Booster) ist millionenfach belegt. Sie kann zwar Infektionen nicht vollständig verhindern, gerade solche mit der aktuell dominierenden Omikron-Variante, verleiht aber hochwirksamen Schutz davor, schwer zu erkranken.

Ungeimpfte Erkrankte müssen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) „deutlich“ häufiger im Krankenhaus behandelt werden. Und Menschen mit Auffrischungsimpfung erkranken noch seltener schwer als „Grundimmunisierte“, die sich erst zweimal impfen ließen.

Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt besonders gesundheitlich Gefährdeten, wie vorerkrankten und immunschwachen Menschen, und exponierten Personengruppen, die etwa berufsbedingt häufig Kontakt zu Erkrankten haben, eine zweite Auffrischimpfung. Derzeit ist der Trend der wöchentlich verabreichten Impfungen jedoch rückläufig.

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In der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre sind nach Hochrechnung des RKI rund 7,6 Millionen Menschen in Deutschland (17 Prozent) noch ungeimpft. In der stärker gefährdeten Altersgruppe ab 60 Jahre sind es rund 2,2 Millionen Menschen oder fast zehn Prozent.

Vorsichtig sein mit der Absicht

Der Gedanke liegt nahe: Wer sich jetzt mit der vorherrschenden und im Vergleich zur vorherigen, seltener schwer krank machenden Omikron-Variante absichtlich infiziert, erhöht seinen Immunschutz. Der Immunologe Carsten Watzl sagte der „Augsburger Allgemeinen“, dass eine Infektion wie eine einzelne Impfdosis wirke, „für Geimpfte wie ein Booster mit einem angepassten Impfstoff“.

Diese Anpassung gilt aber nur für die Omikron-Variante. Da sich weltweit weiterhin viele Menschen infizieren, ist es nicht unwahrscheinlich, dass neue Varianten entstehen, die den Immunschutz gegen Omikron unterlaufen könnten. Darauf weist auch Watzl hin.

Zudem sind die Risiken einer Infektion nicht zu unterschätzen. Auch mit vorheriger Impfung sind ein schwerer Verlauf und lange nachwirkende Long- und Post-Covid-Syndrome nicht auszuschließen.

Einen Schluck nehmen

Gurgeln, aber auch Nasenduschen, gelten als bewährte Mittel zur Vorbeugung und Linderung bei Infektionen im Nasen-Rachenraum. In der Regel wird dafür eine dem Salzgehalt des Blutes oder etwas höher konzentrierte Kochsalzlösung verwendet, die man selbst herstellen kann.

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Zusätze von pflanzlichen Stoffen, bei denen antimikrobielle Wirkungen nachgewiesen sind, etwa Thymianextrakt, sind möglich. Auch medizinische antiseptische Mundspülungen sind verfügbar, etwa Betaisodona-Lösung. Die deutsche Krankenhausgesellschaft hat hierzu im Covid-Kontext konkrete Anwendungsempfehlungen veröffentlicht.

Daten zur Wirkung gegen Covid gibt es wenige. Dass solche Anwendungen aber die Zahl der Viren auf den überspülten Schleimhäuten deutlich reduzieren und damit die für den weiteren Verlauf einer Infektion oft bedeutsame Viruslast senken sollte, ist plausibel. Dass selbst eine Kochsalzlösung hier wirksam sein könnte, berichten Forschende aus Japan. Sie haben antivirale Effekte von Chlorid-Ionen im Verdacht. Auch Kaugummis mit pflanzlichen Wirkstoffen, die in Studien zumindest kurzfristig zu einer deutlichen Senkung der Sars-Cov-2-Viruslast führten, sind inzwischen auf dem Markt.

Nicht tranig sein

Es gibt eine ganze Reihe bekannter oder aus gutem Grund vermuteter Risikofaktoren für schwere Verläufe von Covid-19. Manche muss man hinnehmen, etwa das Alter oder ein aufgrund anderer Therapien geschwächtes Immunsystem. Bei vielen Faktoren ist es aber möglich, kurz- oder mittelfristig deren Beitrag zum eigenen Risiko zu beeinflussen.

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So schwächt ein schlecht eingestellter Blutzucker die körpereigene Abwehr, zu wenig und qualitativ schlechter Schlaf ebenso. Das Problem starken Übergewichts durch Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und – schon wieder – mehr und besseren Schlaf anzugehen, ist nicht nur wegen Covid-19 sinnvoll. Bewegt man sich tagsüber draußen, hilft das auch der Vitamin-D-Produktion.

Hier stehen niedrige Werte in statistisch klarem Zusammenhang mit schweren Krankheitsverläufen. Man kann hier auch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel nehmen – oder Lebertran.

Und sonst so ...

Ein paar der anfangs propagierten und lange durchgehaltenen Maßnahmen hatten nicht unbedingt ein gutes Kosten- Nutzen-Verhältnis. Dass etwa massives Desinfizieren ganzer Gebäude, Fahrzeuge und Außenflächen viel gebracht hat, wird bezweifelt.

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Bewährt sind Verhaltensweisen und Maßnahmen, die Virenübertragung über Luft und Körperkontakt verhindern. Dazu gehören die „AHA-plus-L-Regeln“: Alltagsmaske, wobei wie erwähnt medizinische Masken sinn- und effektvoller sind; Hygiene, also etwa regelmäßiges Händewaschen; Abstand zu anderen zu halten; und Lüften oder Luftfilter zu nutzen.

Weiterhin Kontakte zu beschränken, etwa per Homeoffice, gilt ebenfalls als sinnvoll, regelmäßig und vor allem bei Symptomen Schnelltests zu nutzen ebenso. Langfristig besonders effektiv dürfte es sein, in Ländern, die bisher hierbei benachteiligt sind, Impfanstrengungen zu unterstützen, etwa per Spende.

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