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Ein ukrainischer Soldat springt von einem zerstörten russischen Kampffahrzeug in Butscha (Ukraine).
© Vadim Ghirda/dpa
Tagesspiegel Plus

Russisches Massaker an Zivilisten in Butscha: „Das Töten wird zur Routine und zunehmend zum Vergnügen“

Wie können Soldaten anderen Menschen so etwas wie in Butscha antun? Der Neuropsychologe Thomas Elbert stellt fest: Jeder von uns könnte töten.

Ein Mann liegt tot neben seinem Fahrrad auf der Straße, daneben ausgebrannte Autowracks mit verkohlten Leichen. Und immer wieder leblose Körper mit Kopfschüssen und am Rücken zusammengebundenen Händen: Es sind erschütternde Bilder, die aus der ukrainischen Kleinstadt Butscha um die Welt gingen.

Auch für jemanden wie Thomas Elbert, der in seinem Leben schon viel Schreckliches gesehen und gehört hat. Er ist emeritierter Professor für Klinische Psychologie und Verhaltensneurowissenschaften an der Universität Konstanz und war in vielen Kriegsgebieten unterwegs: Von Afghanistan, Kongo, Ruanda, Somalia, Sri Lanka bis Uganda. Er hat dort mit Opfern wie Tätern gesprochen, um zu verstehen, warum der Mensch zu Gewalt fähig ist.

Die Ukraine und der Westen sehen immer mehr Beweise für Gräueltaten russischer Truppen. Zuletzt haben Soldaten in Butscha ein Massaker an Zivilisten verübt. Was treibt Menschen dazu an, andere zu quälen oder zu töten?
In diesem Stadium sind Kampfhandlungen meist schon weit fortgeschritten. Kämpfer haben sich schon ins Verletzen und Töten hineingesteigert. Sie wollen dann zeigen, wie schrecklich und grausam sie sein können, damit der Gegner zurückweicht.

Aber junge Leute, die an die Front geschickt werden, töten nicht so einfach. Selbst, wenn sie dem Feind gegenüberstehen und ihr Leben bedroht ist. Sie muss man erst zu Kämpfern hinführen.

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