zum Hauptinhalt
Zahlreiche Teilnehmer besuchen die Stände in der Start-up-Halle der Digitalmesse OMR. Die Investments in deutsche Start-ups sind nach einem Rekordjahr eingebrochen.

© dpa/Jonas Walzberg

Sind die fetten Jahre jetzt vorbei?: Finanzierungen für Berliner Start-ups brechen ein

Die Start-up-Szene hat zuletzt goldene Zeiten erlebt. Diese scheinen vorerst vorbei zu sein. Geldgeber hielten sich 2022 zurück – Berlin dennoch auf Spitzenplatz.

Die Investments in Berliner Start-ups sind nach einem außerordentlich guten Jahr 2021 eingebrochen, die Hauptstadt bleibt aber Deutschlands Gründermetropole Nummer eins. Im vergangenen Jahr warben Wachstumsfirmen in der Hauptstadt rund 4,9 Milliarden Euro Risikokapital von Geldgebern ein – das war weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft EY zeigt.

Bundesweit brachen die Investments um 43 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro ein – 2021 hatte Berlin allein diesen Wert getoppt (10,5 Mrd Euro). Deutschlandweit betrachtet war 2022 trotz allem das zweitbeste Jahr für Start-ups seit Erhebung der Daten.

Start-ups sind auf Investoren angewiesen, da sie anfangs keine Gewinne schreiben. Große Fonds und Konzerne stecken Geld in junge Firmen in der Hoffnung, dass sich deren Ideen durchsetzen. Angesichts steigender Zinsen sowie der Unsicherheit um den Ukraine-Krieg und die Konjunktur saß das Geld bei Investoren aber nicht mehr so locker.

Deutschlands Gründerszene muss sich auf härtere Zeiten einstellen, meint EY. „Angesichts steigender Kapitalkosten und sinkender Bewertungen achten Investoren mehr auf Rentabilität als auf langfristige Wachstumsversprechen“, sagte Partner Thomas Prüver. Start-ups müssten einen klaren Weg zu Profitabilität aufzeigen.

Die Start-ups in Berlin schlossen im vergangenen Jahr 390 Deals, 2021 waren es 503. Der Vorsprung zu Bayern (206) und Nordrhein-Westfalen (121) blieb deutlich. Bundesweit berichtete EY von 1008 geschlossenen Vereinbarungen, ein Minus von 13 Prozent. Von den zehn größten Finanzierungsrunden entfielen sechs auf Berlin. Das meiste Geld floss an die Berliner Versicherungsfirma Wefox und das Münchner Software-Start-up Celonis (jeweils 399 Millionen Euro). (dpa)

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
showPaywallPiano:
false