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Augenzeugenbericht aus Kiews Vororten: „Überall lagen ermordete Zivilisten“

Schon die Zufahrtsstraße in den Ort Butscha war mit Leichen gepflastert. Uniformen trugen die Toten nicht. Ein Berliner Krisenreporter berichtet.

Von Enno Lenze

Die russischen Soldaten haben sich gar keine Mühe gegeben, ihre Kriegsverbrechen zu vertuschen. Sie haben die Leichen der getöteten Zivilisten einfach auf den Straßen liegen lassen. Die Körper der Toten, die vor uns lagen, trugen keine Uniformen. Einige waren, der Größe nach zu urteilen, vermutlich Kinder. Es ist eindeutig, wer hier ermordet wurde: keine Soldaten.

Als mein Bekannter und ich am Samstag an der Abzweigung nach Butscha vorbeikamen, wussten wir noch nichts von der Dimension des Verbrechens, das sich in diesem westlichen Vorort von Kiew ereignet hatte. Wir wollten Schutzwesten und Helme in die Hauptstadt bringen, und die E40, eine zweispurige Schnellstraße in Ost-West-Richtung, war erst kurz zuvor vom Militär freigegeben worden. „Ihr könnt hier entlang“, hatte ein Soldat zu uns gesagt. „Aber seid schön vorsichtig. Ihr gehört zu den ersten, die diese Strecke wieder befahren.“

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