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Lucas Halle, 24, frisch gewählter Bürgermeister (SPD) der Stadt Zehdenick ist „superglücklich“ über den Ausgang der Wahl. Der studierte Verwaltungswissenschaftler hat einiges für seine Heimatstadt vor.
© SPD Zehdenick

„Es wurde viel verschlafen“: Ein 24-jähriger Bürgermeister will eine Brandenburger Stadt umkrempeln

Am Sonntag wurde Lucas Halle zum jüngsten hauptamtlichen Bürgermeister Deutschlands gewählt. Wer ist der Mann?

Von Lisa Rakowitsch

Es ist die Stadt, deren Bewohner der Autor Moritz von Uslar in seinem bekannten Roman „Deutschboden“ porträtierte: Jetzt hat Zehdenick einen neuen Bürgermeister - und zwar einen der jüngsten im Land Brandenburg: Der 24-jährige Verwaltungsbeamte Lucas Halle (SPD) hat die Wahl in der Kleinstadt an der Havel klar entschieden. Er wurde am Sonntag mit 88,3 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt, als einziger Gegenkandidat kam der Immobilienvertreter, Marco Dülgerow auf 11,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung hatte bei mageren 27,6 Prozent gelegen, doch das notwendige Quorum erreichte Halle dennoch deutlich. 

„Superglücklich“ sei er über den Zuspruch, den er damit erfahren habe, sagt Halle am Montag nach der Bürgermeisterwahl in der 13.000-Einwohner-Stadt im Landkreis Oberhavel, rund 80 Kilometer nördlich von Berlin. Damit nächstes Mal wieder mehr Menschen ins Wahllokal gingen, wolle er in seiner kommenden Amtszeit alle „mit ins Boot nehmen“ und durch seine Politik überzeugen.

Bürgermeisterwahl mit glücklichem Ausgang für den 24-jährigen Lucas Halle
Bürgermeisterwahl mit glücklichem Ausgang für den 24-jährigen Lucas Halle
© Matthias Bein / dpa

„Weil in den vergangenen Jahren leider vieles ein Stück weit verschlafen wurde, oder nicht vorangekommen ist“, sei sein Antrieb für die Wahl der „große, unumstößliche Wille“ gewesen, die Heimat zum Positiven zu verändern. Dabei hat der studierte Verwaltungswissenschaftler, der bisher an der Hochschule der Polizei in Oranienburg als Sachbearbeiter tätig war, einiges für seine Heimatstadt, Zehdenick, vor.

Mehr bauen, digitaler lernen

Als Stimme der jüngeren Generation, gehe es ihm darum, einen Aufbruch zu starten und Politik über alle Altersgruppen hinweg zu machen. Die Wohnsituation in Zehdenick müsse verbessert werden, indem zum einen mehr Bauland geschaffen und dadurch insbesondere jungen Familien der Zuzug ermöglicht werde. Zum anderen gehe es gerade im Hinblick auf die alternde Bevölkerung darum, altersgerechtes Wohnen und die dafür benötigte Infrastruktur auszubauen. Mit Blick insbesondere auf die Jüngeren, will Halle eine schnelle Digitalisierung der Schulen umsetzen, um das „Lernen auf Höhe unserer Zeit“ zu ermöglichen.

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Bürgermeisters werde der Zehdenicker Frühjahrsputz sein, bei dem er die Bevölkerung dazu aufrufen möchte, „dass wir gemeinsam die Stadt auf Vordermann bringen“.

Vom Erfahrungsschatz der erfahrenen Kolleg:innen lernen

Lucas Halle über die Zusammenarbeit in seinem zukünftigen Amt

Halle ist seit 16 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und in seiner Freizeit „riesengroßer Fußballfan“, der auch gerne mal von der Zuschauertribüne auf den Rasen wechselt. Schon bevor er sein offizielles parteipolitisches Engagements in der SPD vor gut einem Jahr begann, war Halle Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung im brandenburgischen Innenministerium und davor zu Schulzeiten Schülersprecher gewesen.

Für die Arbeit im Rathaus fühlt sich der 24-Jährige gewappnet. Natürlich sei er etwas aufgeregt ob der „unbekannten Aufgabe in dieser Größenordnung“, aber die „Vorfreude und der Tatendurst überwiegen ganz klar“, sagt der 24-Jährige. Er freue sich darauf, mit erfahrenen Kolleg:innen zusammenzuarbeiten und aus deren Erfahrungsschatz seine eigenen Schlüsse schließen zu können.

Wann genau der neue Stadtchef seinen Dienst antreten kann, steht noch nicht fest. Halle rechnet damit, dass er Anfang April das Bürgermeisterbüro im Rathaus bezieht.

Einen neuen Bürgermeister hat seit Sonntag auch die Stadt Oberkrämer im brandenburgischen Oberhavel. Dort setzte sich der 54-jährige Wolfgang Geppert (BVB / Freie Wähler ) in der Stichwahl nach dem vorläufigen Endergebnis mit 68 Prozent der Stimmen gegen die stellvertretende Bürgermeisterin Caroline Schmiel (Bürger für Oberkrämer / BfO) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,6 Prozent.

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